Zelluläre Biotechnologie

Im Zentrum der Arbeiten der Abteilung Zelluläre Biotechnologie steht die extrakorporale Nutzung und Bearbeitung von adhärent wachsenden Zellen. Diese Zellen können menschlichen Ursprungs sein, werden aber für spezielle Fragestellungen auch aus anderen Säugetieren isoliert. Durch die Etablierung der Deutschen Zellbank für Wildtiere kann die EMB auf viele verschiedene Spezies für zelluläre Anwendungen zugreifen.

Neben zellbasierten therapeutischen Ansätzen werden in der Abteilung auch neue zelluläre Test- und Modellsysteme entwickelt. Hierfür werden neben zellulären auch organotypische Systeme aufgebaut. Diese werden entweder direkt aus dem Organismus isoliert und bis zu ihrer Verwendung kryokonserviert oder durch Organoidbildung aus den isolierten Zellen neu konstruiert.

Als Zellquelle werden neben differenzierten Primärisolationen Stammzellen aus exokrinen Drüsen, besonders aus Schweißdrüsen, verwendet. Für diese Zelltypen, wie auch für die rekonstruierten Zellaggregate hält die EMB mehrere Patente.

Im Fokus der Testsysteme für die Pharma- und Kosmetikindustrie stehen vor allem die Eigenschaften der Haut, wie Schweißbildung und Wundheilung sowie der Einfluß verschiedener Substanzen auf die Nervenzellfunktion. Im therapeutischen Bereich wird der Einsatz von Schweißdrüsenzellen für die Wundheilung getestet. Alle bisher durchgeführten präklinischen Studien zeigen eine eindeutige Verbesserung des Wundheilungsgeschehens durch den Einsatz von Schweißdrüsen-abgeleiteten Stammzellen. Im nächsten Schritt sollen diese Zellen in der Klinik zum Einsatz kommen.