Lebensmitteltechnologie

Kurzbeschreibung

Gesundheit und Ernährung sind Zukunftsfelder mit hoher Relevanz für Wirtschaft und Gesellschaft. Deshalb wird mit dem Projekt „Fraunhofer Future Food“ ein neues Entwicklungszentrum für Lebensmittelforschung in Lübeck aufgebaut. Anwendungsorientierte Forschung zum unmittelbaren Nutzen für die Wirtschaft und zum Vorteil für die Gesellschaft bedeutet für uns die Entwicklung innovativer, regionaler Produkte mit Bezug zum „Echten Norden“ (z.B. Nutzung von Ressourcen aus dem Meer) und die Unterstützung der (nord-)deutschen Ernährungswirtschaft bei der Entwicklung von Innovationen sowie enge Kooperationen mit den regional ansässigen Firmen.

Durch eine exzellente Vernetzung in der Fraunhofer-Gesellschaft und mit Experten unterschiedlicher Fachrichtungen aus der Hochschulforschung und Wirtschaft, wie z.B. Natur- und Ernährungswissenschaften, Lebensmitteltechnologie und (Ernährungs-)Medizin ermöglichen wir, dass neue wissenschaftliche Erkenntnisse möglichst rasch in die Produktion neuer (gesundheitsförderlicher) Lebensmittel einfließen können.

Die Fraunhofer EMB bietet der Industrie in ihrem umfangreich ausgestatteten Technikum für angewandte Lebensmittelforschung (TFAL) eine multifunktionale, neutrale Plattform für die Entwicklung innovativer Nahrungsergänzungs-, Lebens- und Futtermittel, sowie Lebensmittelzusatzstoffe. Neben der Prototypenentwicklung stehen die Mitarbeiter der Lebensmittelindustrie auch beratend zur Seite und entwickeln kreative Lösungen für neue Herausforderungen. Beispiele für das breite Anwendungsspektrum des TFALs sind folgende Entwicklungen und Forschungsarbeiten:

- Muschelpaste als Kleinserie zur Vorstellung bei Vertriebspartnern

- Getränkegrundstoff für ein alkoholfreies Erfrischungsgetränk (AFG) auf Makroalgenbasis

- Qualitätsvergleiche von Fischen aus der Aquakultur mit „Frischfisch“ aus dem Handel

Das Forschungszentrum TFAL ist nach aktuell geltendem Hygienerecht eingerichtet und wird nach Hazard Analysis & Critical Control Points (HACCP) betrieben.

Forschungsprojekte

Muschelpaste

Nach der Ernte werden zu kleine Muscheln in der Regel in günstigen „Meeresfrüchtemischungen“ oder sogar als Zusatz in (Fisch-) Futter verwendet. Ein Züchter suchte nach einer besseren Verwertungsmöglichkeit. Aus der Idee eines Brotaufstriches (nach Vorbild der Sardellenpaste) wurde ein schmackhaftes Produkt. Im TFAL der EMB wurde die Rezeptur weiterentwickelt und eine Kleinserie hergestellt, welche mittlerweile bei den Handelsketten und Herstellern für Feinkost vorgestellt werden.

Algenlimonade

Ein alkoholfreies Erfrischungsgetränk aus Algen

Die Forscher der EMB haben ein einfaches Verfahren entwickelt, in dem das volle Mundgefühl von gezuckerten Erfrischungsgetränken mit der Leichtigkeit eines Fruchtwassers kombiniert wurde. Die Idee der Malzverwendung wurde aufgegriffen und mit der natürlichen Ressource Makroalgen kombiniert. Durch eine zweistufige Fermentation der Rohstoffe konnten Getränkegrundstoffe entwickelt werden, welche gemeinsam das Fraunhofer EMB Meeresrauschen ergeben.

Pressebeiträge

Expertenbeitrag zum Wissenschaftsjahr 2016*17 - Meere und Ozeane

„Meeresrauschen“ ist der klangvolle Name einer neu entwickelten Algenlimonade. Robert Stieber, Leiter des Technikums für angewandte Lebensmittelforschung der Fraunhofer EMB, erklärt unter der Rubrik „Das sagen die Experten“ wie marinen Ressourcen für die Entwicklung innovativer Lebensmittel genutzt werden können. So konnte zum Beispiel ein biotechnologisches Verfahren etabliert werden, in dem aus verschiedenen Makroalgen ein schmackhaftes und kalorienreduziertes Erfrischungsgetränk, das Meeresrauschen“, produziert wird.

 

https://www.wissenschaftsjahr.de/2016-17/aktuelles/das-sagen-die-experten/marine-biotechnologie-fuer-die-lebensmittelindustrie.html