Kryokonservierung genetischer Ressourcen des Karpfens

Bundesweit einzige Gendatenbank:

Sicherung von genetischen Informationen von überregional bekannten Karpfenstämmen

 

In Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg, Niedersachsen, Sachsen und Schleswig-Holstein kam der mobile Labor-LKW in einem von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) geförderten Projekt zur Sicherung aquatischer genetischer Ressourcen zum Einsatz. In dem Modell- und Demonstrationsvorhaben geht es um den Schutz und die nachhaltige Nutzung genetischer Ressourcen des Karpfens (Cyprinus carpio). Weltweit zählt der Karpfen zu den wichtigsten Süßwasserfischarten. In Deutschland als wichtiger Speisefisch in vielen Kleinbetrieben gezüchtet, wird er jedoch zunehmend durch andere Fischarten auf den Speisekarten der Restaurants verdrängt. Dadurch ist auch die Karpfenzucht mit eigener Reproduktion in vielen Regionen Deutschlands stark zurückgegangen. Nur in den Hauptzentren der Karpfenteichwirtschaft, wie Bayern, Sachsen und Brandenburg, finden sich noch relativ viele Karpfenzuchtbetriebe. Einige der Betriebe wurden in den letzten Monaten besucht und Probenahmen vor Ort mit Hilfe des mobilen Zelltechnik-Labors durchgeführt. So konnten wertvolle genetische Informationen von überregional bekannten Karpfenstämmen wie Lausitzer Karpfen, Aischgründer oder Frankenkarpfen gesammelt und gesichert werden. Dazu wurden männliche Karpfengameten und Zellen befruchteter Eier eingefroren. Protokolle für das Einfrieren von Fischspermien gibt es bereits; sie wurden im Projekt getestet und angewendet. Häufig sind aber Anpassungen nötig, um die Proben bestmöglich zu behandeln. Das mobile Labor erlaubte den Forschern der Fraunhofer EMB eine hohe Flexibilität und garantierte gleichzeitig optimale und verlässliche Bedingungen für die Laborarbeiten an verschiedenen Orten.