Neues Forschungsprojekt für die In-vitro-Diagnostik von Asthma

16.2.2018

Kann ein Computer lernen anhand der Bewegungsmuster von Blutzellen eine Asthmaerkrankung zu diagnostizieren?

Die AG Zelltechnologie hat in den letzten Jahren Algorithmen entwickelt, die eine Identifizierung und zeitliche Verfolgung von Zellen per automatisierter Mikroskopie erlauben.

Die gewonnen Bildserien ermöglichen eine High-Content-Analyse, denn vielfältige Parameter der Zellen können analysiert werden. Die Verfolgung der Zellen über längere Zeiträume („Zelltracking“) liefert Daten über die Zellproliferation, die Mitosehäufigkeit, die Lebenszeitverteilung der Zellen und vieles Weitere.

Nun startet ein vom Land Schleswig-Holstein gefördertes Kooperationsprojekt der drei Partner Pattern Recognition Company , Raytrix GmbH und Fraunhofer EMB.

Innerhalb des  dreijährigen Forschungsprojekts sollen die Zelltracking-Methoden auf die Analyse von Blutzellen übertragen und für die In-vitro-Diagnostik von Asthma genutzt werden.

Es ist bereits bekannt, dass sich bei Asthma-Patienten das Bewegungsprofil ihrer Blutzellen von den Profilen gesunder Menschen unterscheidet.

Um diese Unterschiede zu erfassen kommen selbstlernende Algorithmen zum Einsatz, die eine tiefe Analyse der Blutzellbewegungsmuster erlauben. Dabei lernt der Computer, die Profile der Asthma-Erkrankten von denen der Gesunden zu unterschieden und aus unbekannten Patientenproben einen diagnostischen Index zu ermitteln.

Ziel ist die Entwicklung eines diagnostischen Verfahrens, das schnell und einfach eingesetzt werden kann, um Asthma früh und besonders bei Kindern zu erkennen. Gleichzeitig kann das Verfahren eingesetzt werden, um die Therapie zu überwachen und die Dosis eingesetzter Medikamente zu optimieren.