HANSENETZWERK - Entwicklung neuer Technologien für die Aquakultur

Die Fraunhofer EMB plant, in Kooperation mit anderen Fraunhofer-Instituten, ein Technologienetzwerk zum Thema Aquakultur aufzubauen. Ziel des Netzwerks ist es, innovative Technologien zur Verminderung von anthropogenen Umweltbelastungen (durch Nährstoffeintrag in Gewässer und Treibhausgasemissionen in die Atmosphäre) zur Energieeinsparung und zur Verbesserung der Kosten- und Ressourceneffizienz in der gesamten Wertschöpfungskette der Aquakultur zu entwickeln und in die Praxis zu integrieren.   

In Anlehnung an die Tradition des Hanseverbundes liegt der Fokus darin, die maritime Wirtschaft im norddeutschen Raum zu verknüpfen. Hierfür werden die technologischen und wirtschaftlichen Kompetenzen als Grundlage für ein Wachstum des Sektors Aquakultur in Deutschland genutzt, um einen Strukturwandel vom Fischfang zur Fischzucht zu erwirken. Die Notwendigkeit des angestrebten Strukturwandels hin zur Aquakultur liegt auf der Hand: die Fischbestände in den Meeren sind stark bedroht, die weltweite Nachfrage nach Fischprodukten steigt, die deutsche Fischereiwirtschaft schrumpft und die Aufzucht von Fischen ist so effizient wie bei keiner anderen Tierart (Insekten ausgenommen). Im Vergleich zur Produktion von Schweinefleisch kommt die Fischproduktion mit weniger als der Hälfte der Futtermenge aus, um ein Kilo Fleisch zu produzieren. Derzeit kann Deutschland den Bedarf an Fischereiprodukten nicht aus eigener Produktion decken und importiert über 86% des hier verarbeiteten und verzehrten Fischs aus anderen Ländern. Die Produktionsleistung von deutschen Aquakulturbetrieben ist seit mehreren Jahren rückläufig, zuletzt um 5,9%.

Deutsche Unternehmen sollen durch das Hansenetzwerk dabei unterstützt werden, ihr vorhandenes Potential zur Technologieentwicklung auszuschöpfen und den Marktanteil im Bereich der Aquakultur zu erhöhen.

Das Fraunhofer Hansenetzwerk Aquakulturtechnologie soll zunächst die Forschungsbedarfe aus der Industrie der Aquakultur und der vor- und nachgelagerten Bereiche ermitteln. Innerhalb des Netzwerks sollen auf die Anforderungen der Industrie zugeschnittene technologische Lösungen entwickelt werden, wodurch deutsche Unternehmen zu einer ökonomischen, nachhaltigen und effizienten Aquakultur beitragen können. 

 

Mitglieder

Seitens der Fraunhofer-Gesellschaft sind bisher folgende Institute an dem Netzwerk beteiligt:

·         Fraunhofer EMB, Lübeck (Sitz der Geschäftsstelle)

·         Fraunhofer IMWS, Halle

·         Fraunhofer IGD, Rostock

·         Fraunhofer IIS, Erlangen

·         Fraunhofer IFAM, Bremen

·         Fraunhofer IME, Schmallenberg

Um die konkreten Bedarfe aus der Industrie zu ermitteln, wurde bereits ein Industriebeirat gegründet, welcher die wesentlichen Wertschöpfungsbereiche abdeckt und sich konstruktiv im Netzwerk einbringt:

·         Nordischer Maschinenbau Rud. Baader GmbH und Co. KG (Maschinenbau Fischverarbeitung)

·         neomar GmbH (Bau von Onshore-Anlagen)

·         Emsland-Aller Aqua GmbH (Entwicklung und Produktion von Fischfutter)

·         Köster Marine Proteins GmbH (Rohwaren für Fischfutter)

·         MonitorFish GmbH (Monitoring, künstliche Intelligenz)

·         EW Nutrition GmbH (Futtermitteladditive)

·         CHEFS CULINAR Nord GmbH & Co. KG (Handel)