Zelltechnologie

Zu den größten Aufgaben unserer Zeit gehört es, dem steigenden Ressourcenverbrauch der Menschheit durch neue Technologien zu begegnen. Einer der Kerngedanken bei diesen Bestrebungen besteht darin, die Produktion künftig zunehmend in Kreisläufen zu verwirklichen. Dazu müssen nicht nur neue nachwachsende Rohstoffe erschlossen und vereinheitlichende Plattformtechnologien entwickelt werden, sondern auch die Produktion selbst muss in zunehmendem Maße durch „nachwachsende Fabriken“ erfolgen.

Zellen sind genau solche „nachwachsenden Fabriken“. Sie sind in Jahrmillionen optimimierte Herstellungsorte nützlicher Substanzen. Das können Energieträger, Arznei- oder Nahrungsmittel sein. Die agrarische Revolution, die zur Entwicklung der Landwirtschaft führte, hatte genau die Nutzung dieser Stoffwechselleistungen von Zellen zum Inhalt. Die Fortsetzung dieser Entwicklung im Bioreaktor stellt einen folgerichtigen Schritt dar. Zellkultur ist die Fortsetzung der Landwirtschaft mit klügeren Mitteln. Die Landwirtschaft hat den Organismus von Biotop emanzipiert; die Zellkultur emanzipiert die Zelle vom Organismus. Sie ermöglicht damit in Zukunft nicht nur grössere Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung, sondern auch eine ethisch besser vertretbare Herstellung von Tier- und Pflanzenprodukten.

Die Abteilung Zelltechnologie leistet einen Beitrag zu dieser Entwicklung, indem sie sich auf zwei hauptsächliche Bereiche konzentriert: Zum einen die Entwicklung von Geräten und Technologien für die Zellvermehrung; und zum anderen die Entwicklung einer neuartigen Zell-Logistik (Zelltransport, Zell-Lagerung, Nutzung von Zellbanken). Zu den entwickelten Geräten und Technologien zählen u.a. ein Hydrogel-basiertes Bioreaktorprinzip zur Vermehrung adhärent wachsender Zellen, eine transportabler Inkubator für Zellen, ein holoskopisches Mikroskop zur Beobachtung von Zellen, Software für die quantitative Auswertung von Zellbildern bzw. Zeitserien von Zellbildern.